|
Laupheimer
Fototage 2007
Schwabens Fotohochburg
wieder gut besucht
Zum 10. Mal
kamen die Fotoamateure Süddeutschlands letztes Wochenende (21./22.04.07)
nach Laupheim zu den Fototagen.
Zum ersten
Mal fand die Veranstaltung im tollen Ambiente des Schlosses
Großlaupheim statt. Auch wenn sich die Besucher in den Gemäuern erst
einmal zu Recht finden mussten war allerorts nur Lob über die familiäre
Atmosphäre zu hören. Hunderte Stunden der Vorbereitung, zwei Dutzend
ehrenamtliche Helfer trugen zum Gelingen bei.
Überdeutlich wurde in Laupheim noch einmal die Veränderung der
Fotografie von analog zu digital. Belegte die Gebrauchtbörse noch vor
wenigen Jahren ganze Flure, sind s nunmehr kaum mehr zwei Biertische, am
Stand von Olympus war überhaupt kein analoges Modell mehr zu sehen und
bei Nikon fristete das analoge High-tec-Modell F 6 ein Schattendasein in
der Vitrine.
Viele
Besucher lobten das Konzept von Otto Marx und seinen Laupheimer
Fotofreunden, weniger die Großindustrie als vielmehr die
Zubehörindustrie nach Laupheim zu holen. Der Zubehörhandel kommt denn
auch gerne nach Laupheim, verständlich denn viele der (trotz bestem
Fotowetter) wieder gut 2000 Besucher, darunter eine ansehnliche Zahl von
Fotofreunden aus dem Kreis HDH, haben längst eine Kamera (oder mehrere),
wollen aber aus Ihrem Hobby (noch) mehr herausholen. So war das
Besucherinteresse an den Ständen von Dörr, Kaiser, novoflex oder
Berlebach auch besonders groß.
Die Steinheimer Firma Klartext AV, einziger Aussteller aus dem Kreis
Heidenheim präsentierte insbesondere die Tontechnik zum Bild, Ralf
Walter war mit dem Zuschauerinteresse zufrieden, vor allem die
Aufnahmetechnik stieß auf großes Interesse.
Auch die
vielen Vorträge und Workshops fanden großes Interesse, so auch der
Vortrag des vielfach preisgekrönten Sportfotografen Michael Weber,
der noch am Samstag im Daimler-Stadion den VfB-Sieg über Bayern
fotografiert hatte und den Besuchern viel Interessantes nicht nur von
der Fussball-Fotografie erzählen und zeigen konnte. Auch im Bereich der
Sportfotografie sorgt die digitale Welt für große Veränderungen, das
Foto vom 1:0
ist schon in der Halbzeit via LapTop und UMTS-Technologie in der
Agenturredaktion und in wenigen Jahren werden die tagesaktuellen Bilder
kaum mehr fotografiert, sondern gleich aus den Fernsehbildern heraus
geschnitten und an die Agenturen gefunkt werden.
Die
diesjährigen Fotoausstellungen zeigten gleich mehrere Highlights, neben
den von Detlev Motz zusammengestellten 40 Fotografen – 40 Ideen,
überzeugten auch die Fotografien der Fotoamateure aus dem ungarischen
Györ oder die Bilder des Laupheimer Fotokreises. Hervorzuheben sind die
beiden Ausstellungen von Maximilan Mutzhas und Guido Blum.
Blum hatte
in einer 57 Jahre verschlossenen Gesindewohnung fotografiert, die Bilder
vollständig in Wachs eingeschlossen und dann die Bilder teilweise wieder
sichtbar gemacht.
Mutzhas
zeigte in großformatigen Bildern vor allem alltägliche Gegenstände. Ob
Kekse oder Bügeleisen, Ventilatoren oder Bootsmotoren. Die eigentlich alltäglichen Motive überraschen durch den
perfekt gewählten Standort des Fotografen und durch ihre hervorragende
Präsentation. Um zu seinen Ergebnissen zu gelangen verwendet Mutzhas
nicht selten bis zu 5 PCs.
Laupheims
Fototage erleben hoffentlich noch viele Neuauflagen.

Blick in den großen Vortragssaal, wo vor allem
die Shows des
Isländers Anders Geidemark Anklang fanden.

Im kleinen Vortragssaal erzählte der preisgekrönte Sportfotograf Michael
Weber (Bild unten re. neben Laupheim-Veranstalter Otto Marx) über sein
Schaffen.
nach oben |
Neues Ambiente, das Laupheimer Schloss


Maximilian Mutzhas vor einem seiner Bilder
Laupheimer Dauergäste
Detlev Motz li. und Franz Bagyi re. Dazwischen Volker Frenzel
von der Fotogruppe Bickenbach

Myself im Gespräch mit Michael Weber |
|
photokina
2006
Die Weltmesse der Fotografie, so
groß wie nie zuvor.
Über 1500 Aussteller und über 160.000 Besucher waren in der letzten
Septemberwoche in den neuen Kölner Messehallen zur größten Fotomesse der
Welt gekommen.
Die photokina 2006 zeigte in 10 Riesenhallen wieder viele Neuheiten und
Trends, vor allem natürlich rund um die digitale Fotografie.
Der „Mainstream“ kann so beschrieben werden: Das gedruckte Bild rückt
wieder in den Mittelpunkt.
Ob Scrap booking (das kreative Gestalten eines Fotoalbums mit Bildern,
Malereien und dekorativen Elementen wie Fäden, Blätter oder Blüten), ob
großflächige Arrangements aus kleinen Bildern zur Wanddekoration, oder
dem Renner 2006, dem eigenen Fotobuch, die digitale Fotowelt entdeckt
das gute alte Papierbild wieder. Und damit der Trend auch zum Boom wird,
fallen die Preise in den Großlabors auf breiter Front. Dieter Danneboom,
Marketingleiter des derzeit führenden Bilderproduzenten in Deutschland
verkündet Preise von unter 10 ct pro Bild, allerdings müssen dann
mindestens 100 Bilder bestellt werden.
Auch das eigene Fotobuch wird von der Laborindustrie als Trend
propagiert. Ein 26 - seitiges DIN A4 Buch mit Hardcover Einband gibt es
schon für 26,95 €. Die Gestaltung der Seiten gelingt mit der kostenlosen
Software auch weniger PC-erfahrenen Anwendern. Die Neue Woche wird zu
diesem Thema in Zusammenarbeit mit der Fotoschule Heidenheim im
kommenden Jahr einen Workshop anbieten. Mehr unter
www.die-fotoschule.de
Auf dem Kamerasektor sind die digitalen Spiegelreflexkameras stark im
Kommen.
Mit Minolta hat sich zwar ein renommierter Hersteller vergangener Jahre
vom Markt verabschiedet, aber neue Firmen, bisher eher aus dem Bereich
der Unterhaltungselektronik bekannt, wie Sony oder Panasonic drängen auf
diesen Zukunftsmarkt. Kamerahersteller wie Fremdhersteller bringen viele
neue Objektive, immer mehr auch mit Bildstabilisator, (der verwackelte
Bilder seltener macht, bei ungenügenden Lichtverhältnissen aber nicht
verhindern kann), die Fremdhersteller wie Tokina und Tamron werden diese
Technologie bei Ihren Objektiven aber in naher Zukunft nicht einsetzen.
Die kompakten digitalen Kameras haben noch mal mehr Pixel bekommen, die
nun eigentlich niemand mehr braucht, es sei denn man will die Nadel aus
dem Heuhaufen vergrößern.
Im hart umkämpften Markt wird auch leider mit viel unnötigem
Schnick-Schnack um die Kundschaft im stagnierenden Markt gekämpft. Ein
Hersteller hat seiner Kamera einen „Schlankmacher“ verpasst. Auf
Knopfdruck verliert die aufgenommene Person etwa 10 % Ihrer Körperfülle,
ein Highlight, das sogar dem ZDF einen Bericht wert war, das aber am
Markt wohl nur HeiratsschwindlerInnen oder Diätpillenvertreibern nutzen
kann.
Ob die automatische Gesichtererkennung, die ebenfalls als Highlight
gepriesen wird zu mehr Freude der Aufgenommenen beiträgt, wird sich
zeigen, der smarte junge Mann am Stand des Herstellers war voll des
Lobes, musste aber angesichts unserer Frage, ob das auch bei der
Hauskatze funktioniert, erst mal passen.
Aber es kommen auch mehr Kameras mit sinnvollem Eigenschaften, wie dem
schon erwähnten Bildstabilisator (gegen Verwackeln), oder besseren
Weitwinkelobjektiven (damit auf das Familienfoto auch wirklich die ganze
Familie draufpasst) auf den Markt, so dass der Kunde im
Weihnachtsgeschäft mit guter Beratung bei einem Fachhändler sicher eine
tolle Neuheit erstehen kann.
Speicherkarten werden immer billiger und haben immer größere
Kapazitäten. Im ebenfalls hart umkämpften Markt bekommt der Kunde nun
gleich ein vollwertiges Bildbearbeitungsprogramm mitgeliefert, z.B. beim
Kauf einer „Professional“ Version und auch die Sicherheit der Daten ist
den Herstellern Entwicklungsarbeit wert, so versieht z. B. Lexar immer
mehr Speicherkarten mit dem LockTight System, das die Bilder vor fremden
Blicken schützt.
Bei den Beamern schreiten die Auflösungen voran, sie werden noch
flacher, noch kleiner, noch heller, die Branche erwartet den nächsten
großen Sprung erst in 2-3 Jahren, wenn mit LED’s bestückte Beamer einen
deutlichen Preissprung nach unten versprechen. Die Lebensdauer der
LED-Leuchten soll weit über 10.000 Stunden betragen, die Projektion wird
lautlos ablaufen, da keine Kühlventilatoren mehr benötigt werden und der
geringe Stromverbrauch wird auch Akkubetrieb zum Alltag machen.
Die Zubehörindustrie erfindet ebenfalls fleißig Neuheiten. Aus den USA
kommt der Monsterpod, ein selbstklebendes Stativ, das auch an
Baumstämmen, Mauern oder zur Not an der eigenen Stirn hält und für bis
ca. 700g schwere Kameras geeignet ist.
Hama, der Zubehörriese aus Monheim präsentiert einige Neuigkeite, so ein
Stativ, das man auf eine Flasche aufsteckt und das auch eine
Spiegelreflexkamera stabil hält, oder ein Ministativ, das man am
Schlüsselbund trägt. Statt auf das Fotobuch setzt hama im digitalen
Bildergeschäft auf ein Ringbuch, in das man am heimischen PC
ausgedruckte DIN A 4-Seiten einhängen kann. Sehr sinnvoll ist ein
Akku-Ladegerät (das man ähnlich auch bei anderen Herstellern zu sehen
bekam), mit dem die vielfältigsten Akkus der verschiedenen Hersteller
geladen werden können. Wer in der Familie oder Firma mehrere digitale
Kameras betreibt, wird dieses Gerät zu schätzen wissen.
Von Novoflex wird der Lumiquest Softscreen für Spiegelreflexkameras mit
eingebautem Blitz vertrieben. Der liefert für rund 13 Euro vor allem für
Porträts ein viel weicheres Licht, das harte Schatten vermeidet. Der
Screen wird mit zwei, drei Handgriffen montiert und
nimmt nicht mehr Platz weg, wie eine CD-Hülle.
Wer seine Bilder noch edler präsentieren will kann bei artido (www.artido.de)
seine Bilder auf bis zu 2 m hohe Leinwände drucken lassen. Diese sind
auf Rahmen aufgezogen und stehen in ihrer edlen Optik einem Rembrandt in
nichts nach. Die Farben sollen Jahrhunderte halten und man das Bild
sogar bei 30° waschen.
Bleiben wir in der Region, die Zeiss AG präsentierte in Köln einen neuen
Weltrekord, das größte vermutlich je für private Zwecke gebaute
Fotoobjektiv kommt aus Oberkochen
Wer kauft bzw. bestellt sich so ein Objektiv, das die Größe einer
Mülltonne übersteigt und schwerer ist als ein Klavier? 256 kg wiegt das
Gerät, es enthält 15 Linsen, die bis 50 cm Durchmesser haben und bis 10
cm dick sind. Solche Linsen, natürlich in bester Zeiss-Qualität hat es
nie zuvor gegeben. Über den Preis schweigt man sich aus beim
Oberkochener Objektivhersteller, man sagt nur, dass eine Linse den Preis
einer Oberklasse-Limousine erreicht und der Bau Millionen gekostet hat.
Hinter vorgehaltener Hand flüstert ein Zeiss-Ingenieur von fast
8-stelligen Kosten, also knapp unter 10 Millionen Euro.
Dem Rätsel woher der Auftraggeber stammt, kommen wir dann doch noch
zufällig auf die Spur, unser vergleichsweise minimales 300 mm
Teleobjektiv macht einen arabischen Schriftzug auf der Oberseite des
Objektivs gerade noch sichtbar. Wir erfahren nur soviel, angeblich will
der private Besitzer damit scheue Tiere in freier Wildbahn
fotografieren. Die für diese Größe unvorstellbar scheinende Lichtstärke
4 und 1700 mm Brennweite lassen auch noch Aufnahmen in der Dämmerung und
aus mehreren hundert Metern Entfernung zu.
Zeiss musste völlig neue Montagetechniken und
Qualitätssicherungsmethoden entwickeln und konnte nur dank der großen
Erfahrungen im Bau von astronomischen Großteleskopen, Satellitenoptiken
und ultrahochauflösender Objektive (z.B. für die Herstellung
leistungsfähigster Microchips) den Bau realisieren. Das Prestigeprojekt
unterstreicht die führende Rolle von Carl Zeiss beim Objektivbau.
Diese Qualität hat auch am anderen Ende der Größenskala der
Zeiss-Partner Nokia genutzt und baut in seine Handys die hochwertigen
Optiken aus Oberkochen ein, wie das Carl-Zeiss Tessar 2,8/5,6 in seinem
neuen 3,2 Megapixel Handy.. Neben diesem Highlight präsentiert Zeiss
sportsoptics Weltneuheiten. Mit dem Kamera Okular DC4, das in einer
exklusiven Serie von nur 1000 Stück hergestellt wird, ermöglicht Zeiss
ganz neue Wege im so genannten Digiscoping, dem Fotografieren mit hoch
auflösenden Spektiven (Fernrohren), erklärt Zeiss-Mitarbeiter Albrecht
Stephan. Musste bislang z.B. bei der Beobachtung scheuer Tiere erst noch
umständlich eine Kamera auf das Fernrohr aufgesetzt werden, - um dann
oft enttäuscht festzustellen zu müssen, dass das Tier verschwunden war -
wird nun geräusch- und erschütterungslos ein gestochen scharfes Bild mit
bis zu 30-facher Vergrößerung per Fernauslösung im Moment der
Beobachtung möglich.
Der Neu-Ulmer Zubehör Spezialist dörr (www.doerrfoto.de)
hat in Köln über 300 Neuheiten im Programm, darunter viele Fototaschen
und Koffer, neue Alben und Stative. Im Kommen sind bei Dörr digitale
Bilderrahmen, die nun auch in vernünftigen Größen lieferbar sind. Bei
diesen Rahmen wird die Speicherkarte einfach eingesteckt und es läuft im
Bilderrahmen eine automatische Diashow ab. Ein weiteres neues Feld im
Zubehörhandel deckt Dörr mit mehreren Produkten zur Reinigung der
Sensoren in digitalen Spiegelreflexkameras ab. Trotz aller Beteuerungen
haben die Hersteller dieses Problem noch nicht im Griff. Der Staub, der
beim Objektivwechsel ins Kamerainnere gelangt wird vor allem von
Zoomobjektiven, die wie eine Pumpe wirken, ständig aufgewirbelt und
setzt sich dann auf dem Chip ab. Das Ergebnis sind mehr oder weniger
große Flecken in allen Bildern. Bloßes Schütteln oder Wegpusten hilft
spätestens dann nicht mehr, wenn man in feuchtwarmen Gegenden (z.B. am
Meer) seine Kamera eingesetzt hat.
Groß vertreten waren in Köln - vor allem von asiatischen Firmen -
sogenannte Pop up Shades. Sie sollen vor allem an digitalen
Spiegelreflexkameras das Monitorbild bei hellem Tageslicht besser
sichtbar machen.
An sich keine schlechte Idee, diese aufklappbaren Beschattungen, bloss
sollte der Fotograf unbedingt eine Schutzbrille tragen, weil man sich
sonst das ungewohnte Ding bei der nächsten Aufnahme in die Augen rammt.
Wem Bilder weder an der Wand noch auf dem Monitor gefallen, der kann mit
neuen Transferfolien seine Fotos sogar auf Teller oder Tassen
übertragen, die auch 1000 Spülgänge in der Spülmaschine überleben
sollen.
Alles in allem eine photokina ohne die spektakulären Höhepunkte der
letzten Jahre, der Bilder- und Kameramarkt stabilisiert sich wieder auf
Normalmaß nach dem Boom der digitalen Bilderwelt.
nach
oben |
|